Postkolonialität denken: Spektren germanistischer Forschung in Togo
Info
Der hier vorliegende Band versammelt Beiträge eines Humboldt-Kollegs, das 2014 in Lomé (Togo) zum Thema Germanistik als Sprach- Kultur- und Geschichtswissenschaft: Der 'neue deutsche (Kolonial-) Roman' und die postkolonialen, kulturwissenschaftlichen und interkulturellen Studien stattfand. Ziel der Tagung, einer Kooperationsveranstaltung zwischen Vertreter_innen der Université de Lomé und der Universitäten Wien und Bremen war es, gemeinsam den aktuellen Entwicklungen postkolonialer germanistischer Forschung nachzugehen und zugleich an einem Projekt zu arbeiten, dessen Ort der wissenschaftlichen Begegnung und der Wissensproduktion nicht Europa, nicht ‚der Westen‘ sein sollte, sondern die ehemalige Kolonie, das vermeintlich ‚Andere‘ oder auch der sogenannte „Rest“ (Stuart Hall). Große Teile des wissenschaftlichen und künstlerischen Outputs der Tagung sowie Dokumentarisches sind hier zur ‚Nachlese‘ versammelt und aufbereitet.
Inhalt
Amatso Obikoli Assemboni, Anna Babka, Laura Beck & Axel Dunker
Vorwort
Anna Babka & Axel Dunker
Rückblick und Nachlese
Thomas Stangl
Sonntagsbesucher
Paul Michael Lützeier
Kolonialismus und Versklavung als Themen in Hermann Brochs Werken
David Simo
Wie der Subalterne spricht
Amatso Obikoli Assemboni
Afrikadiskurs in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur: Eine postkoloniale Lektüre von Hans Christoph Buchs Apokalypse Afrika oder Schiffbruch mit Zuschauern und Cornelia von Wülfings Mein Leben als Königin in Ghana
Albert Couaffo
Deutsche koloniale Kamerun-Literatur als deutsch-kamerunische Literatur des kolonialen Zeitalters? Legitimationsversuch eines postkolonialen Literaturkanons
Clemens Ruthner
Afrikaner/innen im (literarischen) Zoo: Peter Altenbergs Ashantee (1897) zwischen kolonialen Klischees, humanistischem Engagement und prekärer (Schau-)Lust
Akila Ahouli
Tier als Paradigma kultureller Hybridität: Zu Franz Kafkas Prosastück Eine Kreuzung
Ursula Knoll & Matthias Schmidt
Der unmögliche Körper - Vorüberlegungen zu »Pornotropics« als postkolonialer Reflexionsfigur
Wolfgang Müller-Funk
Ironie als Maske im postkolonialen Diskurs: Romuald Hazoumäs Kunstprojekt »Benininsche Solidarität mit gefährdeten Westlern« im Kunsthaus Graz
Peter Clar
Der einzige Ort - Zur (De-)Konstruktion des Anderen in Thomas Stangls Roman
Anna Babka
Das »Sagen / Schreiben des Anderen« in Josef Winklers Domra: Am Ufer des Ganges. Eine dekonstruktiv postkoloniale Perspektive
Laura Beck
Zwischen Expeditionsbericht und Koran - Zur Ambivalenz von Schrift in Thomas Stangls Der einzige Ort
Boaméman Douti
Postkoloniales Rewriting: Dekonstruktion der kolonialen Klischees in Gerhard Seyfrieds Roman Herero
Axel Dunker
Essenz und Konstruktion: Christian Krachts Roman Imperium und der Postkolonialismus
Julian Osthues
Kolonialismus als Groteske: Grundzüge einer postkolonialen Komik am Beispiel von Christian Krachts Imperium
Jan Süselbeck
Der >dunkle Kontinent< und die >Figur des Dritten<: Orientalistische und okzidentalistische Travestien in den >Afrika<-Texten Christian Krachts
Stefan Krammer
Medea revisited: Zu Fragen der Alterität bei Christa Wolf
Koku Nonoa
Über die afrikanische Adaption von Kevin Rittbergers Kassandra oder die Welt als Ende der Vorstellung in Togo
Daniela Finzi
»Lass dir meine Worte munden«: Schuldts In Togo, dunkel und andere Geschichten als Leseverwirrung und -vergnügen
Louise Schellenberg
Vergessenes Erbe? Postkoloniale Mythenbildung in Deutschland - BilderTogos 100 Jahre danach
Messan Tossa
Das Bild der Togoer in Karl-Heinz Hasselmanns Erzählung Iou
Patricia Anne Simpson
Transatlantische Afrikabilder (1840-1911) aus postkolonialer Sicht
Endre Hárs
Blutige Panoramen, seltsame Schauspiele, Figuren des historischen Traumas: Kolonialthematik in der Belletristik des Vormärz
Milka Car
Krieg und Kolonialismus: Die Narration vom Ersten Weltkrieg bei Leonhard Frank
Ursula Knoll & Matthias Schmidt
Postkoloniale Theorie vor Ort: Togo-Reisebericht
